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Neuer Stabschef gesucht: «Es ist Zeit für frischen Wind» 

Es sind wohl die forderndsten sechs Monate seit der Restrukturierung im Oberthurgauer Bevölkerungsschutz, die hinter Stabschef Ronny Schwendener (39) liegen. Aus der Krise nimmt er viele lehrreiche Momente mit. Nach zehn Jahren im Bevölkerungsschutz will er sein Amt nun abgeben, doch die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwierig, die Anforderungen sind hoch, wie er erzählt.

Ronny Schwendener, an was denken Sie zuerst, wenn man Ihnen das Stichwort «Corona» nennt?

An die unzähligen Stunden, die ich im «geschützten Führungsstandort sprich Bunker», in der Zivilschutzanlage in Romanshorn gehockt bin. Ich habe seit Anfang März etwa 200 Stunden dort verbracht, Telefoncalls mit den unterschiedlichsten Behörden und Stellen abgehalten und Absprachen mit der Führungsunterstützung und dem Lagezentrum getroffen.

Wo lagen die grössten Herausforderungen?

Dadurch, dass man sich nicht persönlich zu Sitzungen treffen durfte, mussten wir innert kürzester Zeit digital fit werden und eine entsprechende IT-Infrastruktur aufbauen. Danach gab es vor allem einen sehr hohen Koordinationsaufwand. Ich habe zwischenzeitlich von Call zu Call zu Call gearbeitet, da brummt einem irgendwann der Schädel.

Entscheidungen über Massnahmen im Oberthurgau mussten die politischen Vertreter der Gemeinden treffen, auch sie mussten sich auf diesem digitalen Weg erst einmal finden. Meine Aufgabe als Stabschef war es, sie in ihrer Entscheidungsfindung zu beraten, was bei den unterschiedlichen Ansprüchen der Gemeinden nicht immer einfach war. Rückblickend glaube ich aber, wir haben das ganz gut gemeistert.

Inwiefern konnten Sie von Ihrer Erfahrung profitieren? Immerhin sind Sie schon fast zehn Jahre im Bevölkerungsschutz tätig.

Ich kenne die Abläufe, Ansprechpersonen und Vorgehensweisen gut. Ich habe schon einige Ereignisse erlebt, unter anderem die Vogelgrippe oder drohender Hochwasser.

Durch die Einsätze in den letzten Jahren haben wir unseren Führungsstab einige Male aufgeboten. So arbeitet unser Team mittlerweile eingespielt, die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.

Und trotzdem wollen Sie das Amt nun an den Nagel hängen?

Es war eine sehr spannende Zeit, ich konnte wahnsinnig viel lernen und habe spannende Kontakte geknüpft. Dieses Know-How kann ich heute auch im Beruf nutzen. Nach zehn Jahren ist es nun aber Zeit für frischen Wind an der Spitze des Regionalen Führungsstabs. Es ist ein lange geplanter und wohl überlegter Entscheid, die Umstände hätte ich mir anders vorgestellt.

Was muss ihr/-e potentielle/-r Nachfolger/-in alles mitbringen?

Wichtig wäre, dass es eine Person ist, die bereits Erfahrung im Bevölkerungsschutz hat, sei dies bei der Polizei, der Feuerwehr, anderen Blaulichtorganisationen oder im Zivilschutz oder der Armee. Als Stabschef übernimmt man Führungsaufgaben im Stab und ist Ansprechperson und Bindeglied für die Politik und den kantonalen Führungsstab. Man kommt so mit den unterschiedlichsten Leuten und Teams in Kontakt, was ich ausserordentlich spannend finde, aber auch voraussetzt, dass man gerne mit anderen Menschen interagiert und Verständnis für die jeweiligen Anliegen aufbringen kann.

Ausserdem erhält man einen Einblick in die politischen Vorgehensweisen und Abläufe, ohne dass man selbst Teil davon ist, man kann sozusagen von aussen zuschauen und ist der neutrale Beobachter.

Als Stabschef im Bevölkerungsschutz steht man nicht oft im Rampenlicht, wenn es aber brennt, dann muss man bereit sein. Die Arbeit, die man macht, dient der ganzen Bevölkerung, jedem einzelnen Einwohner im Oberthurgau. Im besten Fall merken die Einwohner das nicht, da man eine drohende Gefahr vorab beseitigt. Man arbeitet im Hintergrund, unsere Arbeit wird nur selten sichtbar.

Wo muss man sich melden, wenn man das Amt als Stabschef gerne übernehmen möchte?

Interessierte könne ihre Bewerbung bei der Geschäftsstelle des Vereins ZSR Oberthurgau platzieren.

Stadtverwaltung Amriswil

Verein ZSR Oberthurgau

Herr Andreas Fässler

Arbonerstrasse 2

8580 Amriswil

Hilfe-Hotline des RFS wird eingestellt

Mit dem grossen Lockerungsschritt vom 11. Mai werden die Schulen und Gemeindeverwaltungen im Oberthurgau wieder geöffnet, diverse öffentlichen Analgen und Restaurants sind ebenfalls wieder geöffnet.

Am 6. Juni werden ausserdem Freizeitanlagen wie Badis oder Zoos wieder geöffnet.

Die Politischen Gemeinden Oberthurgau haben daher entschieden, die Hilfe-Hotline des RFS nicht weiter zu betreiben.

Wer Hilfe benötigt oder eine Frage hat, der soll sich künftig wieder bei seiner Gemeinde melden. Die RFS-Hotline kann, bei Bedarf jederzeit wieder in Betrieb genommen werden.

Gemeindeverwaltungen in der Region wieder geöffnet

Mit dem grossen Lockerungsschritt vom 11. Mai werden die Schulen und Gemeindeverwaltungen im Oberthurgau wieder geöffnet.

Bereits am 4. Mai haben die ersten Gemeindeverwaltungen ihre Tore wieder für die Bevölkerung geöffnet, am 11. Mai werden die restlichen nachziehen. Wie es in Ihrer Gemeinde aussieht, erfahren Sie am besten auf der jeweiligen Website der Gemeindeverwaltung.